Offene Ganztagsschule (OGS)


Offener Brief zum Thema Offene Ganztagsschule (OGS)

Fällt die Geschwisterkindregelung am 30.06.2011???

Bad Honnef, 21.06.2011. In einem Offenen Brief an Bürgermeisterin Wally Feiden fordert der Stadtelternrat eine umgehende Stellungnahme. Hier der Wortlaut des Schreibens:   Sehr geehrte Frau Feiden, der aktuelle Gemeindeprüfbericht für Bad Honnef empfiehlt, freiwillige Leistungen zu reduzieren. Die Sorge des Stadtelternrates und vieler Eltern ist, dass die freiwilligen Leistungen für die Offenen Ganztagsschulen in Bad Honnef davon betroffen sein werden. Ferner wird der Kommune im Gemeindeprüfbericht empfohlen, auf Privatinitiativen und Sponsoren zurückzugreifen, um die Lücken bei der Finanzierung von Spiel- und Sportangeboten zu schliessen. Eine solche Empfehlung, die Spendenbereitschaft der Bad Honnefer Bürger als feste Geldquelle in die Haushaltsplanung einzurechnen zur Aufrechterhaltung von Leistungen, die seitens der Kommune zu erbringen waren, lehnen wir strikt ab! Wir Eltern greifen bereits seit Jahren in allen Lebensphasen unserer Kinder in den privaten Geldbeutel und engagieren uns ehrenamtlich in Vereinen, Kindergärten und Schulen, um für die Kinder unserer Stadt ein Umfeld zu schaffen, dass sie in ihrer Entwicklung fördert. Dass die Kommune ihre sozialen Verpflichtungen in vielen gesellschaftlichen Bereichen auf die Eltern und Ehrenamtler der Stadt abwälzt, ist für uns als Elterngremium in dem Maße nicht mehr hinnehmbar. Im Jahr 2009 haben allein die Fördervereine mehr als 75.000 € und unzählige unentgeltliche Arbeitsstunden in die Schulen gesteckt. Auch im Jahr 2010 wurden 5stellige Beträge in die Infrastruktur der Betreuungsangebote der Kinder investiert. Zur Betreuung der Kinder sind die Beitragssätze in Kindergärten und Offenen Ganztagsschulen bereits auf einem hohen Niveau angekommen. Die Zahlung weiterer Beitäge, um Quantität und Qualität der Betreuung in Bad Honnefer Einrichtungen sicherzustellen, ist den Eltern nicht zumutbar. Die Stadt ist in der Pflicht, das Angebot von OGS-Plätzen entsprechend der Nachfrage aufzustellen. Der Betreuungsbruch bei Schuleintritt der Kinder behindert die Lebens- und Berufsplanung der Familien. Wir sehen die Stadt ferner in der Pflicht, die Offenen Ganztagsschulen mit ausreichend Finanzmitteln auszustatten, so dass eine Basisbetreuung und pädagogische Konzepte realisiert werden konnen. Um den angestrebten Fördergedanken der Offenen Ganztagsschulen zukünftig umsetzen zu konnen, bedarf es mehr als noch mehr Sponsorenläufen und Privatspenden. Die in den Runderlassen des Ministeriums fur Schule und Weiterbildung im Lande Nordrhein-Westfalen vom 26.01.2006 und vom 23.12.2010 niedergeschriebenen Merkmale der Betreuung müssen städtische Leistungen sein, die uns Eltern zeigen, wie familienfreundlich die Stadt sein will, in der wir leben. Fur uns Eltern ist finanziell wichtig: - eine Härtefallregelung bzgl. der OGS-Elternbeitragszahlungen, - der Erhalt der Geschwisterkindregelung sowie - die bedarfsgerechte Bereitstellung einer Ferienbetreuung durch die OGSen. Diese Forderungen werden von den Trägervereinen der Offenen Ganztagsschulen in Bad Honnef, dem Stadtjugendring und dem Trägerverein der OGS Rhöndorf, unterstützt. Diese tragen bislang das alleinige wirtschaftliche Risiko fur den Betrieb der Betreuungseinrichtungen. Organisatorisch sehen wir grossen Verbesserungsbedarf bei der Koordinierung der Öffnungszeiten von Offenen Ganztagsschulen und Kindergarten während der Ferienzeiten (insbesondere den Sommerferien) und einer zeitlichen Erweiterung des täglichen Betreuungsangebots bis 17 Uhr. In unseren Augen betreibt die Stadt Bad Honnef derzeit keine aktive Familienpolitik. Statt klare Prioritäten für Familien zu setzen, schiebt die Stadt seit Jahren diese Verantwortung in das Ehrenamt, in private Träger- und Fördervereine der Schulen, Kitas und OGSen sowie in die Familien ab. Wir fordern von Politik und Verwaltung klare Massnahmen und nicht nur verbale Bekenntnisse. Und dieses fordern wir trotz knapper Kassen und Nothaushalt. Die oben genannten Empfehlungen aus dem Gemeindeprüfbericht sind eine politische Kernaussage, die wir für fragwürdig halten. Das Land NRW muss davon Kenntnis erhalten, dass die angestrebten familienpolitischen Ziele durch solche Empfehlungen nicht umgesetzt werden konnen. In Erwartung Ihrer Stellungnahme verbleiben wir Mit freundlichen Grüssen - Stadtelternrat Bad Honnef  


Der Brennpunkt Offene Ganztagsschule (OGS)

Zu wenig OGS-Plätze in Bad Honnef im nächsten Schuljahr

Bad Honnef, 04.12.2009. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten, wurden in den letzten Jahren die Ganztagsangebote in Kindergärten und Schulen deutlich ausgebaut. In Bad Honnef steigt die Nachfrage nach Ganztagsbetreuung sowohl im Kindergarten als auch in der Schule stetig an. Eltern, deren Kinder zurzeit ganztags einen Kindergarten besuchen, möchten sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder auch in der anschließenden Schulzeit nachmittags in einer Offenen Ganztagsschule (OGS) betreut werden. Für das kommende Schuljahr gibt es bereits heute in zwei Offenen Ganztagsschulen deutlich mehr Anmeldungen als Plätze in den Einrichtungen vorhanden sind. Dies betrifft die OGS Am Reichenberg (28 Anmeldungen für 5 freiwerdende Plätze) und die OGS Rhöndorf (13 Anmeldungen für 9 freiwerdende Plätze). Vertreter der beiden Schulen und der OGS-Trägervereine haben bei Gesprächen mit dem Stadtelternrat auf die alarmierende Situation mit Nachdruck aufmerksam gemacht. Auch der Stadt Bad Honnef ist die problematische Lage seit längerem bekannt. Die Verantwortlichen prüfen zurzeit Möglichkeiten, die räumlichen und finanziellen Probleme zu beheben. In Rhöndorf werden bereits in diesem Schuljahr 8 Kinder im Überhang betreut. "Diese dauerhafte Überbelegung ist sowohl den Kindern als auch den Betreuer langfristig nicht zuzumuten", so Elke Dallmer vom OGS-Vorstand. Daher erwägen die Verantwortlichen in der OGS Rhöndorf übergangsweise die Unterbringung der Schüler in Containern. Damit würde dem OGS-Personal zusätzlich zur derzeit zu leistenden Arbeit ein enormer logistischer und organisatorischer Aufwand abverlangt, den Schüler und Eltern nur als kurzfristige Lösung akzeptieren können. Die Zeit drängt die städtischen Gremien zum Handeln, denn die Schulanmeldungen für nächstes Jahr laufen bereits. Und die Eltern brauchen zwingend und schnellstmöglich Planungssicherheit für das kommende Schuljahr. Der Stadtelternrat Bad Honnef wendet sich daher heute an die Öffentlichkeit, an die Eltern und Entscheidungsträger in der Politik, um deutlich zu machen, dass dringend praktikable und zweckdienliche Lösungen gefunden werden müssen und dass hierbei auch die län-gerfristige Bedarfsentwicklung nicht aus den Augen gelassen werden darf. Die derzeitige Situation in Rhöndorf zeigt bereits auf, welche Belastungen nächstes Jahr auf die Offenen Ganztagsschulen in Bad Honnef zukommen könnten, wenn von den Verantwortlichen heute nicht nachhaltige Lösungen gefunden werden.  

   

Hansjörg Tamoj vom Träger der GGS Rhöndorf, dem Rhöndorfer Turnverein (RTV), informiert über die OGS-Situation.

     

 

 

 

 

   

Wolfram Bockschewski, Rektor der Gemeinschaftsgrundschule Am Reichenberg, legt seine Sicht über die OGS-Thematik dar.